Sonderputze

Putze mit speziellen Zuschlägen und Zusatzmitteln werden für Sonderzwecke eingesetzt. Zu nennen sind hier:

  • Wärmedämmputze: Wärmedämmputze sind mineralische Putze mit einer Wärmeleitzahl >= S 0,2 W/(mK) als Rechenwert. Als Zuschlag werden überwiegend expandiertes Polystyrol (EPS) sowie Perlite und Vermiculite verwendet. Sie müssen mindestens der Baustoffklasse B 1 (schwerenttflammbar) entsprechen. Soweit sie nur Perlite als Zuschlag haben, gehören sie der Baustoffklasse A 1 (nichtbrennbar) nach DIN 4102 an.
    Wärmedämmputz werden als Unterputz für Außenputze, speziell Edelputze, verwandt, wenn die Wärmedämmeigenschaft des Außenmauerwerks verbessert werden soll. Der entsprechende Oberputz muß wasserabweisend sein und darf nur aus mineralischen Bindemitteln und Zuschlägen bestehen. Wärmedämmputze sind sehr gut wasserdampfdurchlässig, d. h. daß die durch das Mauerwerk hindurchdifundierende Feuchtigkeit ungehindert ins Freie gelangen kann.
  • Sanierputze: Sanierputze sind mineralische Trockenmörtel, die zum Schutz und zur Sanierung von durch aufsteigende Feuchtigkeit salzbelasteter Sockel- und Mauerwerksflächen eingesetzt werden. Da diese Putze nicht druckwasserdicht sind, sollten sie im Außenbereich nicht unterhalb der Geländeoberkante eingesetzt werden. Sanierputze sind gut wasserdampfdurchlässig von geringer Kapillarität und besitzen einen hohen Porenanteil, in denen die vorhandenen Salze auskristallisieren können, ohne den Putz zu zerstören. Sanierputze sind jedoch keine Sperrputze.
  • Leichputze: Zum Verputzen gut wärmedämmender Wandbaustoffe werden Leichtputze eingesetzt, die der Mörtelgruppe PI oder PII angehören. Die niedrige Rohdichte wird erzielt, indem statt der sonst üblichen Sande mineralische und/oder organische Zuschläge mit porigem Gefüge verwendet werden. Leichtputze sind auf den Untergrund abgestimmt, wodurch Rißbildungen vermieden werden. Erreicht wird dies durch hohe Elastizität und geringe Wärmeausdehnung dieser auf diese Aufgabe eingestellten, mineralischen Putze.
  • Putze für den Brandschutz: Diese Putze erhöhen den Feuerwiderstand von Bauteilen. Sie gehören der Mörtelgruppe PII oder PIV an. Als Zuschläge wird hier etwa Perlite verwendet. Eine wesentliche Rolle zur Erzielung einer brandtechnischen Wirkung spielt hier die Gewährleistung einer guten Haftung.