Putz allgemein

Putz ist ein erhärteter Belag aus Putzmörtel, der an Wänden, Decken und anderen Bauteilen aufgetragen wird und eine feste Verbindung mit dem Putzgrund eingeht.

Er bildet eine ebene Fläche, die entweder selbst als gestalterische Oberfläche die Außenhaut eines Bauwerks bildet oder als Untergrund für weitere Beschichtung (z.B. Farbe) dient. Außerdem trägt Putz als Innenputz zur Regulierung der Raumfeuchtigkeit bei, während er als Außenputz das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen schützt. Zur Herstellung von mineralischen Putzen dienen Putzmörtel, die als Innen- und Außenputze nach DIN 18 550 den fünf Mörtelgruppen "P I" bis "P V" zugeordnet sind.

Die einzelnen Gruppen geben Aufschluß über die Beschaffenheit der enthaltenen Bindemittel und das Mischungsverhältnis von Bindemittel zu Zuschlag.

An dieser Stelle sei auf einen Putz verwiesen, der seit einiger Zeit nicht zuletzt im Zuge der ökologischen Sensibilisierung wieder an Bedeutung gewinnt: Der Kalkputz. Kalkputze waren aufgrund ihrer guten Wohnhygiernschen Eigenschaften bis zum Beginn der 80er Jahre durchaus nicht selten im Baugeschehen, doch wurde ihnen ihr vergleichsweise langsames Abbindeverhalten zum Verhängnis.

Mit dem Aufkommen der Maschinenputze setzten sich Zement und Gips als Bindernittel durch. Ein weiterer Nachteil war die Notwendigkeit, Kalkputze in 2 Lagen mit einer Standzeit dazwischen zu verarbeiten, um die Rißbildung zu minimieren.

Heute werden moderne Kalkinnenputze angeboten, die wirtschaftlich verarbeitet werden können (angepaßte Abbindezeit, einlagiger Auftrag möglich). Kalkputze benötigen verhältnismäßig wenig Anmachwasser (ca. 180 L bezogen auf eine Tonne Trockenmörtel), so daß ein mit Kalkmörtel verputztes Haus schneller austrocknet, sie wirken feuchteregulierend und verhindern aufgrund ihrer hohen Alkalität die Sporenbildung.

Eine neuere Putzgeneration von Putzen sind die Kunstharzpurze welchen zu den Putzsystemen gezählt werden. Unter Putzsystemen versteht man den Aufbau von zwei Putzlagen, von denen die eine der Unterputz und die andere der Oberputz ist. Der Unterputz muß dabei eine gute Haftung mit dem Putzgrund besitzen und es muß eine gute Haftung zwischen Unterputz und Oberputz vorhanden sein. In der Praxis begann in den 60er Jahren der "Siegeszug" der sog. Kunstharzputze als Oberputz während die Unterputze weiterhin minineralische Putze blieben.

Zur Vorbereitung des Putzgrundes erforderlicher Spritzbewurf, Haftbrücken und Grundierungen zählen nicht als Putzlage.