Hintermauersteine

Steine können in zwei große Bereiche eingeteilt werden. Es gibt natürliche Steine, dazu unter mehr, die sich oft gar nicht oder nur eingeschränkt zum Mauern eignen, oder aber industriell produzierte Steine. Diese verbinden die positiven Eigenschaften der natürlichen Steine, mit den neuen Anforderungen an modernes Bauen. Der schon ein paar tausend alte "Ziegel" ist dafür wohl das beste Beispiel:

Ziegel

Die Rohstoffe für Ziegel sind Lehm und Ton. Lehm ist sandhaltiger Ton mit unterschiedlichen Mengen verschiedener Eisenverbindungen, die ihn gelblich bis bräunlich färben. Beim Brennen ergeben diese Verbindungen das typische Ziegelrot. Ton nennt man die verschiedenen Tonerden. Je nach Zusammensetzung reicht die Färbung von bläulich-schwarzem Farbton bis zu fast reinem Weiß. Entsprechend vielfältig ist die Farbpalette der daraus hergestellten Ziegel, Klinker und Verblender.

Das Ton-Lehm-Gemisch wird meistens noch durch Zusatz von Sanden und/oder Ziegelmehl gemagert. Nach dem Formen werden die Ziegelrohlinge bei etwa 1OO°C getrocknet und schließlich gebrannt. Die Brenntemperatur für gewöhnliche Ziegel liegt bei ungefähr 1000°C, noch etwas höher bei Vormauerziegeln. Klinker brennt man bis zur Sintergrenze (etwa 1300 bis 1400C).

Normale Mauer- oder, >Hintermauerziegel< setzt man für verputztes oder verblendetes Mauerwerk ein. Sie müssen nicht frostbeständig sein. Ihre Rohdichte ist verhältnismäßig gering, ihre Wärmedämmfähigkeit relativ gut. Die Seitenflächen der Hintermauerziegel sind oftmals zur besseren Putzhaftung gerillt.
Bei den Hintermauerziegeln handelt es sich in der Regel um Hochlochziegel (HLz) in größeren Formaten. Kleinformatige Vollziegel (Mz) verwendet man hauptsächlich als Ergänzungssteine.
Die positiven Eigenschaften von Lochsteinen treten bei den Porenziegeln oder Leichthochlochziegeln besonders stark hervor. Bei der Herstellung von Porenziegeln setzt man der gemagerten Ton-Lehm-Mischung noch Holz- (oder andere organisch - natürliche) Späne oder Polystyrol-Kügelchen als Porosierungsmittel zu. Während des Brennens lösen sich diese Zusätze vollständig auf, so daß kleine, unregelmäßig geformte bzw. kugelförmige Hohlräume im Ziegelscherben zurückbleiben.

Die großformatigen Leichthochlochziegel gibt es zur Verarbeitung mit normalem Mörtelfugen, mit Mörteltaschen und mit einem Verzahnungsprofil der Stoßfuge.

Die modernste Form sind Steine mit Verzahnungsprofil, sie erfordern in der Stoßfuge überhaupt keinen Mörtel mehr, sie werden einfach knirsch gestoßen. Wenn es sich dann zusätzlich noch um Planziegeln handelt, die auch in der Lagerfuge nur einen Dünnbettmörtel erfordern, kommen Sie mit einem Bruchteil (5 bis 10%) der sonst üblichen Mörtelmenge aus.

Kalksandsteine

Kalksandsteine (KS) bestehen aus Kalk und viel Sand. Das Mischungsverhältnis ist 1 12. Die Kalk- Sand-Mischung wird mit Wasser aufbereitet und in Pressen zu den Steinrohlingen geformt. Sie erhärten bei Temperaturen zwischen 160 und 220°C unter Sattdampfdruck in vier bis acht Stunden. Man bekommt Kalksandsteine als Voll- oder Lochsteine.

Wie bei Ziegeln gibt es auch hier Planelemente für den rationellen Wandbau sowie Plansteine mit Mörteltaschen oder Stoßfugenverzahnung.

KS-Vormauersteine (KSVm) und KS-Verblender (KS Vb) sind frostfest und für Sichtmauerwerk geeignet. Sie sind leichter und druckfester als die normalen Kalksandsteine.
Vormauersteine gibt es in allen üblichen KS-Formaten als Voll- und Lochsteine.

Porenbeton

Hergestellt werden die Steine und Elemente aus Ouarzsand, Kalk und/oder Zement, Wasser und einem Treibmittel, meistens Aluminiumstaub, seltener auch Calciumcarbid. Durch Verbindung des Treibmittels mit dem Kalk wird Wasserstoffgas frei, das die vielen feinen und kugeligen Poren bildet. Nach dem Treiben und Erhärten in großen Formkästen werden die Rohlinge in die gewünschten Formate gesägt und anschließend wie die Kalksandsteine unter Sättigungsdruck und Temperaturen um 180°C nachgehärtet.

Durch diesen Herstellungsprozeß bekommt Porenbeton seine ungewöhnlich vorteilhaften Eigenschaften:
• Sehr hohe Wärmedämmfähigkeit wegen der sehr gleichmäßig verteilten, luftgefüllten Miniporen.
• Sehr nahe Formatgenauigkeit und planebene Oberflächen.
• Hervorragende Formbarkeit der Oberflächen mit einfachen Werkzeugen, leichter zu schleifen, zu bohren oder zu sägen als Holz.
Man bekommt Plansteine -Klebefugen- in verschiedenen Größen z.B. für leichte Trennwände zwischen 5 und 11,5cm Stärke, oder in 15 bis 36,5 cm mit Verzahnung, bei denen nur noch die Lagefuge vermörtelt werden muß.

Leichbetonsteine

Sie bestehen aus Sand, Zement und verschiedenen Leichtzuschlägen. Wenn der Stein zu mehr als 85% aus dem Leichtzuschlag besteht, kann er danach benannt werden, also z.B. Bimsbeton-, Liapor (Blänton-), Perlite- (Blähschiefer-) oder Hüttenbims Hohlblockstein.

Man bekommt sie in verschiedenen Ausführungen als Voll-, Block-, Loch- und Hohlblocksteine, als Plansteine und -elemente, für normale Vermörtelung, mit Mörteltasche oder mit Stoßfugenverzahnung und in der Regel nur für verputztes Mauerwerk.
Je nach Rohdichte können sie hervorragende Wärmedämm- oder Schallschutzeigenschaften haben.