Lastfälle bei der Kellerabdichtung

Um zusätzlichen Lebensraum zu schaffen, ist der Keller immer wieder ein Thema im modernen Hausbau. Doch um seinen Wert zu erhalten, muss man ihn auch schützen, und das heißt vor allem Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit. Es gibt verschiedene Möglichkeiten dieses zu tun.

Doch zu erst ist wichtig zu wissen, das der Aufwand, um einen trocken Keller zu behalten, von den örtlichen Gegebenheiten abhängt. Die DIN 18195 spricht in diesem Zusammenhang von Lastfällen. Sie teilt grob gesagt die möglichen Lastfälle in die folgenden 3 Kategorien ein:

 Bodenfeuchtigkeit und nicht stauendes Sickerwasser

Hier handelt es sich um die geringste Wassereinwirkung. Dabei unterliegen die erdberührten Bauwerkssteile nur der Bodenfeuchtigkeit und nicht stauendem Sickerwasser. Als nicht stauender Boden wird aber nur Sand und Kies bezeichnet, und das gilt gleichermaßen für den Baugrund wie auch für das Verfüllmaterial am Bauwerkskörper. Dann muß das Wasser mindestes 0,01cm/Sekunde durch den Boden sickern. Dabei muß der Bemessungswasserstand tiefer liegen als die tiefste Stelle des Baukörpers - also der Fundamentsohle.
Weiter ist von diesem Lastfall auszugehen, wenn bei weniger durchlässigem Boden, wie etwa Ton oder Lehm, eine dauerhaft funktionierende Dränage incl. Ableitung des gesammelten Wasser gewährleistet ist.

 Druckwasser und Stauwasser

Ergibt die Bodenmessung, das der Boden eine geringere Wasserdurchlässigkeit hat (Wasserdurchlässigkeitsbeiwert < 10-4 m/s - weniger 0,01cm/Sekunde), und soll auf eine Dränage verzichtet werden, ist von Stauwasser auszugehen. Es wird bereits von einer fehlenden Drainage gesprochen, wenn ein ausreichendes Ablaufen bei starkem Niederschlag nicht gewährleistet ist.
Ebenso ist dieses Lastfall gegeben, wenn die tiefste Stelle des Gebäudes lediglich 30cm unter dem höchsten Bemessungswasserstands liegt, oder aber die Gründungstiefe nicht tiefer als 3m unter Geländeoberkante liegt. Diese Abschwächung gegenüber der alten Regel ist aus der Erfahrung gebohren, das dieses Druckwasser zeitlich nur begrenzt auftritt, und daher auch kein so großer Aufwand für die Abdichtung zu vertreten ist. Insgesamt kann gesagt werden, das für diese Lastfälle  Abdichtungen für geringere Stauwasserbeanspruchung gewählt werden.

 Druckwasser aus Grund- oder Hochwasser

Der wohl häufigste Lastfall in unseren Breiten ist dieser dritte Lastfall. Da meistens nur ungenaue Abschätzungsmöglichkeiten des höchsten Bemessungswasserstandes möglich sind, sieht die die DIN 18195 grundsätzlich einen Sicherheitszuschlag von 30cm zum ermittelten Bemessungswasserstand vor, bis zu dem mindestens Druckwasser haltend abgedichtet werden muß.