Wandfliesen verlegen

Als erstes mischen Sie den Fliesenkleber mit Wasser an. Beachten Sie hierbei genau die auf dem Klebergebinde aufgedruckten Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers. Geben Sie zunächst die abgemessene Menge Wasser in den Plastikeimer und lassen Sie dann das Kleberpulver in das Wasser einrieseln (nicht umgekehrt). Danach rühren Sie die Mischung kräftig mit dem Rührquirl an und lassen den zähflüssigen Klebemörtel dann etwa 5 Minuten lang ruhen oder »reifen«. Nach nochmaligem Durchrühren ist der Kleber gebrauchsfertig. Beim Festlegen der Klebermenge beachten Sie die auf der Verpackung angegebene offene Zeit des Klebers. Dies ist die Zeitspanne vom Anmischen bis zur Hautbildung. Nach der offenen Zeit beginnt der Kleber zu härten und wird damit unbrauchbar. Besonders wenn Sie im Fliesenkleben und -schneiden noch unerfahren sind, werden Sie am Anfang mehr Zeit zum Verfliesen benötigen. Der angesetzte oder bereits aufgezogene Kleber wird dann im Eimer oder an der Wand hart. Bereits gehärteten Fliesenkleber können Sie nicht durch Hinzugeben von Wasser wieder gebrauchsfertig machen. Die offene Zeit beträgt in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten. Als Richtmaß für Ihre ersten Versuche kann eine Fläche von höchstens 1 m2 gelten, die Sie in dieser Zeit mit Fliesen bekleben können. Hierfür benötigen Sie 2 bis 3 kg Kleber.

Damit an den sichtbaren Wandflächen ganze und nicht geschnittene Fliesen sitzen, beginnen Sie mit dem Verfliesen an der dem Raum am meisten zugewandten Seite der Verlegefläche. Dies kann eine Außenecke sein, es kann aber auch der rechte oder linke Rand der zu verfliesenden Fläche sein. Überlegen Sie einfach, an welcher Flächenkante geschnittene Fliesen am meisten stören und beginnen Sie dort mit dem Aufziehen des Klebers. Tragen Sie den Kleber mit einer Kelle an der Wand auf und verteilen Sie ihn durch kräftiges Durchkämmen mit der Zahnkelle. Hierbei halten Sie die Zahnkelle immer im gleichen Winkel, denn mit ihrer jeweiligen Stellung zur Wand verändert sich auch die Dicke des Kleberauftrages. Wenn der Klebemörtel auf der gesamten Teilfläche gleichmäßig verteilt ist, ziehen Sie die Fläche waagrecht mit dem Zahnspachtel ab.

Nach dem Ansetzen der ersten Fliese überprüfen Sie mit der Wasserwaage den waagrechten Sitz. Drücken Sie sie nach der Korrektur fest an. Dazu können Sie auch einen Gummihammer verwenden, mit dem Sie die Fliese leicht anklopfen. Gleichzeitig schieben Sie die Fliese mit der freien Hand in die richtige Lage. Arbeiten Sie nun in horizontalen Reihen von unten nach oben und überprüfen Sie den waagrechten Verlauf. Beim Ansetzen der Fliesen richten Sie sich nach der Lage der Nachbarfliesen und nach dem Fugenschnitt. Wenn die Fugen in gleicher Breite sowohl horizontal als auch vertikal durchlaufen, sitzen die Fliesen richtig. Während der offenen Zeit des Klebers können Sie auch den Sitz bereits festgedrückter Fliesen noch korrigieren. Hierfür ist es jedoch besser abzuwarten, bis eine überschaubare Teilfläche verlegt ist. Wenn Sie 2 bis 3 m Abstand von der verfliesten Teilfläche nehmen, können Sie Ihre Arbeit besser beurteilen. Verfliesen Sie immer ganze Flächen, ohne dabei um die Ecke zu verlegen. Beachten Sie, daß Randfliesen nur so weit über die Ecke überstehen dürfen, daß sie den Sitz, der um die Ecke anschließenden Fliesen, nicht behindern, und daß die an der Ecke entstehende Fuge die gleiche Breite hat wie die anderen Fugen.

Beim Verfliesen der an eine Ecke anschließenden Wandseite arbeiten Sie von oben nach unten. Setzen Sie die Fliese in den Fugenverlauf der bereits geklebten Fliesen der anderen Wandseite. Nach der ersten Reihe überprüfen Sie deren senkrechten Verlauf mit der Wasserwaage. Kleben Sie dann die folgenden Reihen ebenfalls von oben nach unten.

Schneiden Sie zunächst die erforderliche Anzahl Fliesen auf das richtige Höhenmaß zu.

Hierfür stellen Sie die Fliesenhauschiene auf dieses Maß ein und ritzen mit dem an der Schiene geführten Glasschneider die Glasur an. Ebenso gut geht dies natürlich auch mit einem Anlegewinkel, nur müssen Sie vor dem Anlegen das erforderliche Maß auf jeder Fliese markieren. Beim Anritzen ist es wichtig, daß Sie den Ritz an der Fliesenkante ansetzen und den Schneider mit kräftigem Druck ohne Unterbrechung bis zur gegenüberliegenden Kante führen. Hierbei legen Sie die Fliese auf eine nicht zu harte Unterlage.

Mit einer Fliesenbrechzange ist das Teilen der Fliese überhaupt kein Problem. Es geht jedoch auch ohne Brechzange, wenn Sie die Fliese entlang der angeritzten Linie (mit der Glasur nach oben) auf der Kante einer harten Unterlage mit einem kräftigen Ruck nach unten drücken.

Minitip

Je nach Saugfähigkeit der Wand und in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit setzt nach 15 bis 30 Minuten die Hautbildung des an der Wand aufgezogenen Klebers ein. Dies können Sie durch Antippen mit den Fingern ganz leicht überprüfen. Bleibt der Klebstoff nicht an den Fingern haften, so ist die offene Zeit des Klebers überschritten und der Kleber muß mit dem Spachtel entfernt werden.

Mit Porenbeton errichtete Ummauerungen entziehen dem Kleber innerhalb kürzester Zeit die Feuchtigkeit. Spachteln Sie deshalb Verlegeflächen auf Porenbeton am Vortag glatt mit Fliesenkleber vor. Zum Verfliesen ziehen Sie den Kleber wie gewohnt mit dem Zahnspachtel auf. An der eingemauerten Duschwanne muß Maß genommen werden. Berücksichtigen Sie zwischen Wannenrand und Fliesen eine Dehnungsfuge von 6 bis 8 mm, die Sie später mit Silikonkautschuk verfugen. Für die Fliesenhöhe kalkulieren Sie außerdem die Oberkante des noch zu verfliesenden Bodens (Dicke des Kleberbettes plus Fliesendicke) und zusätzlich eine Dehnungsfuge von 6 bis 8 mm mit ein.

Beginnen Sie die Verfliesung wieder an einer Außenecke.

Setzen Sie danach die um die Ecke anschließende Fliese und dann erst alle weiteren Fliesen rechts und links der Ecke an. Jeweils am oberen und am unteren Rand der Fliesen sollte die vorher berechnete Dehnungsfuge frei bleiben. Dehnungsfugen sind auch an den Anschlüssen der Ummauerung an die Seitenwände erforderlich. Die Wände und die Duschwanne Ihres Badezimmers sind nun fertig verfliest. Bevor Sie mit dem Verfugen beginnen können, muß der Fliesenkleber aushärten. Beachten Sie hierfür die vom Kleberhersteller angegebene Wartezeit (in der Regel zwischen 10 und 15 Stunden).

Mischen Sie den Fugenmörtel nach den Herstellerangaben mit Wasser. Auch hierbei geben Sie zuerst das Wasser in den Eimer und lassen dann das Mörtelpulver hineinrieseln. Zum Anmischen verwenden Sie wieder einen Rührquirl. Der Mörtel wird nun mit dem Fugengummi in die Fugen eingeschlämmt. Führen Sie hierbei den Fugengummi immer diagonal zum Fugenverlauf und arbeiten Sie abwechselnd von rechts nach links und umgekehrt. Hierdurch füllen sich die Fugen bis zum Grund.

Wenn der Mörtel nicht mehr in den Fugen glänzt, sondern eine matte Oberfläche bekommt, reinigen Sie die Fliesen mit einem zunächst leicht befeuchteten Schwamm. Am Anfang müssen Sie den Schwamm sehr oft auswaschen. Je nach Beschaffenheit der Fugen drücken Sie den Schwamm mehr oder weniger aus, so daß beim Wischen der Überstand an den Fugen entfernt wird, die Fugen aber nicht durch zuviel Feuchtigkeit ausgehöhlt werden. Arbeiten Sie auch hierbei diagonal zum Fugenverlauf. Nach mehrmaligem Abwaschen der Fliesen bleibt nur noch wenig Mörtelstaub als feiner Belag auf der Oberfläche zurück, den Sie durch kräftiges Polieren mit einem trockenem Baumwollappen entfernen.

Profitip

Die Verfugung der großen Flächen ist nun beendet. Dabei sind natürlich die Dehnungsfugen teilweise mit eingeschlämmt worden. Reinigen Sie daher die Dehnungsfugen durch mehrmaliges »Nachfahren« mit einem in der Breite passenden Holzstäbchen. Dies geht ganz gut, solange der Fugenmörtel noch nicht ausgehärtet ist.

Für die Abdichtung der Dehnungsfugen verwenden Sie einen dauerelastischen Silikondichtstoff, den Sie mit der Auspreßpistole aus Kartuschen besonders einfach verarbeiten können. Für eine gute Haftung des Dichtstoffes müssen die Fugen selbst und ihre Umgebung vollkommen trocken sein. Abdichtungen im Sanitärbereich werden als »Dreiecksfuge« ausgeführt. Hierbei wird nicht nur der obere Bereich der Fuge mit Dichtstoff gefüllt, sondern er sollte außerdem an den Fugenrändern um einige Millimeter überstehen. Führen Sie die Auspreßpistole mit konstantem Hebeldruck in gleichmäßiger Bewegung bis zum Erreichen des Fugenendes oder einer Ecke. Vor dem Einsetzen der Hautbildung (nach etwa 10 Minuten) glätten Sie den Dichtstoff mit einem in Wasser befeuchteten Finger. Fügen Sie dem Wasser vorher etwas Spülmittel zu und setzen Sie die Glättbewegung erst am Fugenende oder an einer Ecke aus. Entfernen Sie dann das Klebeband. Silikonfugen sind erst nach dem Aushärten mit Spritzwasser belastbar.

Minitip

Für eine »saubere« Abdichtung kleben Sie auf beiden Seiten der Fuge ein Klebeband, das unmittelbar nach dem Glätten des Dichtstoffes wieder abgezogen wird.