Vorarbeiten

Planebene Unterböden

Für das Verlegen von Bodenfliesen sowie aller anderen Bodenbeläge brauchen Sie tragfähige und planebene Unterböden. Hier können Sie nach gründlicher Reinigung und eventueller Grundierung mit einem Mörtelverbesserer auf Dispersionsbasis einfach den Fliesenkleber aufziehen und mit dem Verlegen anfangen.


Unebene Unterböden

Schwieriger ist es auf unebenen Unterböden und Rohdecken, wie man sie fast immer beim Um- und Ausbau nach dem Entfernen alter Bodenbeläge antrifft. Auch in Neubauten sind Betonböden oder Estriche nicht immer eben und für eine unmittelbare Verlegung von Fliesen geeignet.
Das Glätten und Ausgleichen von Estrichen oder Betonunterböden war einst arbeitsintensiv und deshalb eine zeitraubende Angelegenheit, mit der ein Heimwerker meistens überfordert war. Heute dagegen verwendet man dafür selbstverlaufende Ausgleichsmassen, sogenannte »Bodenausgleichsmassen«, die mit Wasser angerührt und auf den Boden gegossen, von selbst zu einer dichten druckfesten und exakt planebenen Oberfläche verlaufen. Diese auch vom Heimwerker völlig problemlos aufzubringende Ausgleichsbeschichtung können Sie bereits nach etwa 10 Stunden begehen. Nach zwei bis vier Tagen können Sie keramische Beläge kleben und nach fünf bis sieben Tagen Parkett oder Teppichboden verlegen. Für eine fachgerechte Verarbeitung sollten Sie diese Punkte beachten: Bodenausgleichsmassen werden als fertig gemischte Werktrockenmörtel in Säcken geliefert. Der Verbrauch beträgt 1,5 - 1,7 kg pro Millimeter Schichtdicke und Quadratmeter. Für eine Fläche von 10 qm benötigen Sie bei einer mittleren Schichtdicke von 5 mm also etwa 80 kg Mörtelpulver.
Die Verarbeitungsrichtlinien der verschiedenen Hersteller sind unterschiedlich. Richten Sie sich für die Vorbehandlung der Untergründe und für das genaue Mischungsverhältnis nach den jeweiligen Vorgaben. Als Untergründe eignen sich alle tragfähigen, trockenen, rißfreien und sauberen Beton- und Zementestriche. Auf rohen Unterböden muß man vor dem Aufbringen die Zementhaut mit einer Stahlbürste naß abbürsten. Anstriche sind vorher mechanisch oder mit Abbeizer zu entfernen. Nach dem Entfernen von überstehenden Mörtelresten, mürben Schichten, alten Anstrichen oder Imprägnierungen mit einer Stahlbürste kehren Sie den Boden gründlich mit einem harten Besen ab. Beim Entstauben leistet auch ein kräftiger Werkstattstaubsauger gute Dienste. Anschließend mischen Sie die vom Mörtelhersteller vorgeschlagene Grundierung, in der Regel Mörtelverbesserer auf Dispersionsbasis, im angegebenen Verhältnis mit Wasser.
Gießen Sie die Grundierung abschnittsweise auf dem Boden aus und verteilen Sie sie gleichmäßig deckend mit einem Besen. Auch die Ränder dürfen dabei nicht vergessen werden. Bevor der Fließestrich eingebracht wird, muß die Grundierung vollständig getrocknet sein. Dies dauert je nach Raumtemperatur 5 bis 10 Stunden. Wenn die Fläche begehbar ist, fixieren Sie an ihren Rändern 5 cm hohe Randstreifen aus Styropor. Dies geht am einfachsten mit Tackerklammern oder kleinen Stahlnägeln. Die Randstreifen halten beim späteren Verfugen die Randfuge zwischen Fliesen und umgebenden Wänden für eine elastische Verfugung mit Silikonmasse offen. Daher werden die Randstreifen erst nach dem Verfugen der Bodenfläche entfernt.
Zum Anmischen der Ausgleichsmasse streuen Sie den Fertigmörtel in die auf dem Gebinde angegebene Menge Wasser ein und rühren diese Mischung mit einem Rührquirl gießfertig an. Am besten eignet sich hierzu ein in das Futter der Bohrmaschine eingespannter Korbrührer. Nach einer Reifezeit von etwa 5 Minuten rühren Sie die Mischung noch einmal kräftig durch. Die Konsistenz der angemachten Mischung ist richtig, wenn diese nach dem Ausgießen auf dem Boden wie »Sirup« leicht verfließt. Wenn Sie Wasser oder Pulver hinzugeben, müssen Sie alles wieder sehr sorgfältig verrühren. Gießen Sie die fließfertige Ausgleichsmasse abschnittsweise auf dem Boden aus und beachten Sie hierbei die vom Hersteller angegebene »offene Zeit« des Fließmörtels. Bodenausgleichsmassen muß unbedingt »naß in naß« eingebracht werden, denn die einzelnen Mischungen sollen ja ineinander verfließen. Daher müssen Sie bei größeren Flächen sehr schnell arbeiten, damit Sie in dieser Zeit die für die Beschichtung erforderliche Gesamtmenge fließend unterbringen können. Da kann es durchaus sinnvoll sein, den Mörtel in mehreren großen Eimern gleichzeitig anzumischen. Als «Einzelkämpfer« mit der sirupähnlichen Masse sind Sie dabei schnell überfordert. Deshalb ist natürlich ein hilfsbereiter Mitarbeiter herzlich willkommen, in vielen Fällen sogar unbedingt notwendig. So können Sie sich auch gemeinsam über das gute Resultat freuen. Unterstützen Sie das Verfließen der Mörtelmasse nur leicht mit dem Stahlglätter. Die Bodenausgleichsmassen fließt dann ganz von selbst »in die Waage«. Wenn Sie nun in der richtigen Richtung, nämlich zur Tür hin, gearbeitet haben, können Sie den Raum trockenen Fußes verlassen.

 

Profitip

Für besonders schwierige Untergründe, beispielsweise alte Dielenböden, Spanplatten, Gußasphalt oder Fliesen, finden Sie bei uns kunststoffvergütete Ausgleichsmassen mit speziellem Haftzusatz. Um ein eventuelles Reißen der ausgehärteten Beschichtung zu vermeiden, verschrauben Sie alte Holzdielen mit Spanplattenschrauben fest auf ihrer Unterlage. Bei Holzdielen und Parkettböden verlegen Sie nach der Grundierung zusätzlich ein spezielles Kunstfasergewebe, das Sie an den Stößen überlappend mit Tackerklammern am Fußboden befestigen.


Wändevorbereiten

Der ideale Untergund für Fliesenarbeiten ist Wandputz in gutem Zustand. Weist die Wand Unebenheiten auf, sollte man diese mit dem sogenannten Rohbauspachtel, einem mineralisch gebundenen Dünnputz und einem Glättspachtel ausgleichen. Zunächst ist der Untergrund zu säubern. Tapeten, mürbe Schichten, Anstriche und Imprägnierungen müssen durch Abbürsten entfernt werden. Dann rührt man das Pulver an, indem man die auf der Packung vorgegebene Menge Wasser einmischt. Es entsteht eine dickflüssige Masse, die mit dem Spachtel von unten nach oben gleichmäßig auf die Wand aufgezogen wird. Mit dem Glättspachtel können Sie das Material über die gesamte Fläche auf die gleiche Schichtstärke bringen.


Alte Fliesen entfernen

Falls auf dem Untergrund, den Sie neu verfliesen wollen, bereits Fliesen aufsitzen und Sie diese nicht überkleben wollen, schlagen Sie sie mit Hammer und Meißel heraus. Dabei ist zu beachten, daß Sie in der Mitte der Fliese beginnen. Dort setzen Sie den Meißel an und stemmen die Fliese mit Hilfe des Hammers heraus. Zum Entfernen des alten Fliesenbelages können Sie auch einen Spachtel nehmen.


Duschecke vor dem Verfliesen abdichten

Natürlich sind keramische Fliesen wasserdicht. Dies ist ja einer der wesentlichen Gründe, warum man sie in Badezimmern einsetzt. In Duschecken sind sie sogar unmittelbar dem fließenden und spritzenden Wasser ausgesetzt. Dennoch sind Feuchtigkeitsschäden in Badezimmern und Duschecken besonders häufig. Dies liegt einmal daran, daß bei der ständigen Beanspruchung durch Spritzwasser, Seifen und starke Reinigungsmittel selbst die besten Fugenmörtel mit der Zeit brüchig werden und Wasser in den Untergrund eindringen lassen. Zum andern ist es in der besonders beim modernen lnnenausbau häufigen Bauweise mit Leichtbauplatten begründet, bei der trennende Zwischenwände nicht mehr aus schweren Mauersteinen, sondern aus Porenbeton, Gipskarton, Holzspanplatten und anderen Holzwerkstoffen erstellt werden. Es ist nur natürlich, daß diese Baustoffe anders »arbeiten« als massive Mauersteine, und daß sich durch material- und temperaturbedingte Setz- und Dehnbewegungen zwischen den tragenden Baustoffen kleine Dehnungsfugen bilden. Da diesen Materialbewegungen weder die harten Fliesen noch der spröde Fugenmörtel gewachsen sind, entstehen zunächst feinste Risse, in die jedoch unbemerkt Wasser eindringt. In der Folge werden die dahinter liegenden Baustoffe langsam aber sicher immer tiefer durchfechtet. Höhere Materialfeuchte verursacht aber noch stärkere Materialbewegungen, und so setzt sich das Eindringen von Feuchtigkeit unbemerkt fort. Weil Bewegungsrisse aber in erster Linie zwischen unterschiedlichen Materialien oder Bauteilen auftreten, sollten Sie alle Randfugen, an denen Materialbewegungen auftreten können, mit einem dauerelastischen Dichtungsmittel und nicht mit normalem Fugenmörtel ausführen. Gleichzeitig aber, damit die tragenden Untergründe auch bei später auftretenden feinsten Rissen trocken bleiben, sollten Sie diese selbst vor dem Eindringen von Feuchtigkeit schützen. Für die unterschiedlichen Baustoffe bieten sich im wesentlichen zwei verschiedene Methoden an:

  • Mineralische Baustoffe wie beispielsweise Porenbetonplatten können Sie mit einer aufgezogenen Lage aus wasserdichtem Fugenmörtel abdichten.
  • Leichtbauplatten aus wesentlich stärker arbeitendem organischen Material wie Holzspanplatten schützen Sie am besten mit einem dauerelastischen und wärmebeständigen Bitumenkautschukanstrich. In beiden Fällen verstärken Sie die besonders gefährdeten Ecken mit rißüberbrückenden Dichtungsbändern.

Besonders wichtig: Richten Sie sich für die Verträglichkeit der Isolierstoffe mit den Plattenmaterialien und Klebern nach den Verarbeitungsrichtlinien der jeweiligen Hersteller. Isolieren mit wasserdichtem Fliesenkleber Lassen Sie das Kleberpulver in die vom Hersteller angegebene Menge Wasser einrieseln. Zum Anrühren können Sie einen in das Futter Ihrer Bohrmaschine eingespannten Korbrührer benutzen. Nachdem der Klebemörtel fünf bis zehn Minuten »geruht « hat, rühren Sie ihn kräftig durch. Tragen Sie den Mörtel mit dem Stahlglätter beidseitig der Ecken in einer 3 bis 4 mm dicken Schicht auf. Diese Schicht dient als Untergrund zum Kleben des Dichtungsbandes. Betten Sie das Dichtungsband in die frisch aufgetragene Kleberschicht ein. Hierbei hilft festes Andrücken mit dem Stahlglätter. Überspachteln Sie zunächst das Dichtungsband, dann die gesamte vorgesehene Verlegefläche gleichmäßig dünn mit Fliesenkleber. Nach dem Aushärten des Klebers können Sie mit dem Verfliesen beginnen. Streichen Sie stark saugende Untergründe zunächst mit verdünntem Bitumenkautschuk vor. Tragen Sie dann den ersten Deckanstrich unverdünnt mit der Rolle auf und streichen Sie sorgfältig alle Ecken und Anschlußbereiche mit dem Pinsel. Legen Sie das Dichtungsband in die frisch aufgetragene Anstrichmasse ein. Zum Andrücken und anschließenden Bestreichen verwenden Sie wieder den Pinsel. Nach der Trocknungszeit bringen Sie den zweiten Deckanstrich auf.