Arbeitsmaterialien

Wichtig: Der richtige Kleber

Nach der Fliesensorte und dem Untergrund im Verlegebereich richtet sich auch die Wahl des geeigneten Fliesenklebers. Dispersionskleber eignen sich für eine Verlegung auf nahezu allen Untergründen, auch wenn deren Aushärtung noch nicht abgeschlossen ist (Zementestriche, Gasbeton, Trockenbauplatten). Achten Sie bei einer Verwendung im Außenbereich auf Frostsicherheit und Wasserbeständigkeit des Klebers. Hydraulische Klebemörtel (Pulverkleber) sollten nur auf ausgehärteten Flächen eingesetzt werden. Hier eignen sie sich allerdings für alle Verlegebereiche innen und außen. Sie sind frostsicher und wasserbeständig. Kunstharzkleber mischt man aus zwei Komponenten (Kunstharz und Härter) zusammen. Sie werden für absolut wasserdichte Verklebungen auch auf schwierigen Untergründen (Kunststoff, Metall, glasierte Fliesen) eingesetzt.


Fugenmörtel

Bei uns finden Sie eine große Vielfalt von Fugenmörteln, weiß und in allen gängigen Sanitärfarben auf Dispersions-, Zement- oder Kunstharzbasis. Ihre Entscheidung sollte sich nach dem Untergrund im Verlegebereich, der Frostsicherheit und der geplanten Fugenbreite richten. Für besonders breite Fugen, etwa bei Glasbausteinen, benötigen Sie spezielle, rißfreie Fugenmörtel. Kunstharzmörtel sind nur da sinnvoll, wo starke chemische Belastungen (Säuren, Laugen, Öle, Fette) auftreten, beispielsweise auf Arbeitsplatten in Küchen, in Werkstatträumen oder im Fotolabor.

Keramische Fliesen erhalten Sie als Steingutfliesen, geeignet für den Innenbereich, und als besonders strapazierfähige und frostsichere Steinzeugfliesen für den Außenbereich. In unserem gut sortiertem Fliesenangebot finden Sie das Material in vielen Farbnuancen, ornamentartigen Formen sowie in quadratischen, recht-, sechs- oder achteckigen Formaten. Die Oberflächen können glasiert und unglasiert, glatt, rauh oder mit Prägestrukturen (Rillen, Noppen, Netzstruktur) versehen sein.
Die Abmessungen reichen von Mosaik (20 x 20 mm oder rund im Durchmesser von 20 bis 40 mm) über mittelformatige Wandfliesen (150 x 150 mm) bis zu großformatigen und dicken Boden platten (450 x 900 mm oder größer). Für eine anspruchsvolle Gestaltung der Ränder von Verlegeflächen finden Sie Sonderformen wie Sockelfliesen, Kehlsockel, Schenkelplatten, Treppenstufen platten und viele weitere mehr. Keramische Fliesen gehören heute zu den anspruchsvollsten Boden- und Wandbelägen moderner Wohnraumausstattung. Gegenüber Holzparkett, Holzbekleidungen und edlen Texilbelägen haben sie den Vorteil, äußerst strapazierfähig und dabei wasserdicht und pflegeleicht zu sein. Wegen dieser Eigenschaften haben keramische Beläge ihre besonderen Eignungsbereiche, in denen kein anderes Material mit ihnen konkurrieren kann. So setzt man sie als Bodenbelag immer dort ein, wo an den Schuhen haftender Straßenschmutz oder Feuchtigkeit anfällt, also auf Außen- und Innentreppen, in Eingangsbereichen, in Garagen, auf Terrassen und Balkonen. Ihren unbestrittenen Platz nehmen sie jedoch in Küchen und Bädern ein.
Wie auf allen anderen Gebieten, so hat auch bei den keramischen Belägen das moderne Design in den letzten Jahren neue Kreationen hervorgebracht. Durch die gebotenen Vielfalt an Farben, Formaten, Ornamenten, Mustern und Kombinationsmöglichkeiten erhalten Sie viele neue Anregungen für die Gestaltung Ihrer eigenen Wohnung. Neben einer notwendigen, eingehenden Fachberatung können Ihnen zunächst die folgenden technischen Grundinformationen Ihre Entscheidung erleichtern. Keramische Beläge unterscheidet man nach ihrer Zusammensetzung und Herstellung in Steingut und Steinzeugfliesen. Der für Ihre Auswahl wesentliche Unterschied: Steingutfliesen sind wegen ihres porösen Scherbens nicht frostbeständig, sie eignen sich also nicht für eine Verlegung im Außenbereich. Steinzeugfliesen sind wegen ihres dichten Scherbens frostsicher und aufgrund ihrer größeren Härte auch stärksten Beanspruchungen gewachsen, sie eignen sich daher besonders gut als Balkon- oder Terrassenbelag.


Beanspruchungsgruppen

Eine weitere Orientierung ermöglicht Ihnen die Unterscheidung von Fliesen nach DIN-EN 154 in fünf Beanspruchungsgruppen:

  • Gruppe I und II: Sanitärer und allgemeiner Wohnbereich ohne Straßenschmutzeinwirkung.
  • Gruppe III: Alle Wohnräume, Dielen und Flure sowie, wenn frostsicher, Terrassen und Balkone jedoch ohne kratzende Beanspruchung.
  • Gruppen IV und V: Stärkste Beanspruchungen; geeignet in gewerblichen und öffentlichen Bereichen.

Sonderformen

Für bestimmte Verlegebereiche erhalten Sie Sonderformen und -formate, beispielsweise Sockelleisten und Kehlsockel, Fensterbank- und Treppenstufenplatten, Abdeck- und Schenkelplatten mit oder ohne Haftrillen sowie genoppte Anti-Rutsch-Profilplatten. Leider können Sie längst nicht für jede Fliesensorte auch die entsprechenden Sonderformate erhalten. Hier hilft nur gezieltes Nachfragen.


Chemikalienbeständigkeit

Selbstverständlich sollten Ihre Fliesen auch den üblichen Beanspruchungen durch moderne Reinigungs- und Pflegemittel gewachsen sein. Dies ist grundsätzlich nur dann gegeben, wenn sowohl Glasur als auch der Scherben säure- und laugenbeständig ist. In der technischen Beschreibung der einzelnen Fliesensorten im Herstellerkatalog finden Sie detaillierte Angaben.

Gestaltungstips

Mit diesem Grundwissen ausgestattet, können Sie aus der Fülle des Angebotes nun leichter eine Vorentscheidung für Ihren Verlegebereich treffen. Dann erst stellt sich die Frage nach dem Aussehen, nach ästhetischen Gesichtspunkten, nach Design und Raumgestaltung. Bevorzugen Sie helle, großzügig elegante Räume mit eher kühlen Blau- und Grüntönen? Oder lieben Sie geometrisch strenges Farbdesign mit eckigen Linien, Quadraten und Dreiecken? Gefallen Ihnen kleine Muster in Saharasand oder klassisches Mosaik mit Goldrand? Oder fühlen Sie sich beschwingter in geschwungenen Ornamenten mit Rankenbordüre im Jugendstil? In den Abbildungen sehen Sie eine kleine Auswahl von Fliesenmustern und -farben. Damit aber Ihre Wahl nicht später zur Qual wird, sollten Sie schon beim Einkauf folgende Tips für die Gestaltung beherzigen:

  • Gehen Sie immer von der späteren Gesamteinrichtung des Raumes aus, für den Sie die Fliesen aussuchen. Dies ist insbesondere in Bädern und Küchen wichtig, wo Stil, Farbe und Form der Sanitär- oder Kücheneinrichtung wesentlich die Atmosphäre mitbestimmen. Es muß nicht immer der gleiche Farbton sein, aber ein allzu buntes Kontrastprogramm kann auf Dauer schneller langweilig sein als dezente, fein abgestufte Farbtöne.
  • Lassen Sie sich auch nicht durch die Weite großer Ausstellungsräume verwirren. In Ihrem eigenen Badezimmer oder in Ihrer kleinen, vielleicht dunklen Diele wirken die gleichen Fliesen farblich ganz anders. Beachten Sie, daß dunkle Farben das Licht »schlucken« und daher Räume kleiner erscheinen lassen. o Helle Farbtöne reflektieren das Licht; sie geben kleinen Räumen eine großzügige und freundliche Atmosphäre. Ähnliches gilt auch für Muster und Ornamente: Große Räume vertragen starke Muster, in kleinen Räumen wirken die gleichen Muster oft überladen oder bedrückend. Hier haben dezente und klare Ornamente immer eine bessere Wirkung.